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Entwicklung

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Die Arbeitsgemeinschaft für Informationsverarbeitung in Gynäkologie und Geburtshilfe innerhalb der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe wurde im Juni 1989 auf Initiative von Professor Dr. P.G. Knapstein in der Universitätsfrauenklinik Mainz gegründet.

Der Siegeszug des Personalcomputers und die Möglichkeiten die sich aus seinem Einsatz für Klinik und Praxis ergaben, ließen es wünschenswert erscheinen, hier ein Forum zu schaffen, das sich speziell mit den Besonderheiten der Techniken der medizinischen Informatik in der Frauenheilkunde beschäftigte.
Wichtig war Gynäkologen, Softwareentwickler und Experten der medizinischen Informatik zusammenzuführen und einen Erfahrungsaustausch innerhalb der einzelnen Arbeitsgruppen zu ermöglichen. Galt es in der Anfangsphase in Ermangelung geeigneter Applikationen eigene klinische Systeme zu entwickeln, die Integration der Applikationen in Klinik und Praxis vorzubereiten und vorhandene technische Infrastrukturen kritisch zu bewerten, so haben sich die Aufgaben der AIG zwischenzeitlich deutlich gewandelt. Zwar liegen heute viele von AIG-Mitgliedern entwickelte Softwarelösung als professionelle und ausgereifte Produkte vor, jedoch erfordern die augenblicklichen externen Vorgaben (GSG und Leistungserfassung, neue Qualitätssicherungsprojekte, Präsentationen im Internet) immer schnellere Entwicklungszeiten bei deutlich komplexeren Applikationen. Parallel hierzu sind die Benutzeranforderungen deutlich gestiegen, die inzwischen mit einer Fülle von unterschiedlichen medizinischen Daten umgehen müssen. Die Nachfrage nach validen medizinischen und betriebswirtschaftlichen Informationen steigt - ebenso wie die Anzahl der medizinischen und betriebswirtschaftlichen Entscheidungen, zu denen wir diese Daten benötigten ("Information als Produktivitätsfaktor"). Hier sind Fragen des Datenaustausches, der Vernetzung und Integration vorhandener Abteilungssysteme in umfassende Krankenhausinformationssysteme von großer Bedeutung. Dies zeigt auch das großen Interesse, das Fragen nach Kommunikationsstandards und Datenformaten entgegen gebracht wird (z. B. dem Health Level 7 (HL7)-Standard). Neue Entwicklungen könnten sich hier durch den Einsatz von Kommunikation ergeben.
Wichtig erscheint, daß sich die AIG nicht nur als Diskussionsforum, Ausrichter von Kongressen oder als Organisator von "Dokumentationssystemen" versteht, sondern daß sie in einem umfassenden Sinn versucht, Techniken der allgemeinen und medizinischen Informatik für die Frauenheilkunde in Klinik und Praxis nutzbar zu machen. Dies ist ein sehr allgemeiner und weitreichender Anspruch, der deutlich über das "Kodieren" oder über "Softwareengineering" von Applikationen hinausreicht und der fast die Dimension eines "Grundlagenfachs" hat. Das Primärziel ist der Einsatz von Techniken der Informatik zum Wohl der Patientin und erst sekundär die Effizienzsteigerung des sie umgebenden Gesundheitssystems.
So erscheinen beispielsweise die aktuellen Projekte zum Einsatz von Expertensystemen in der Perinatologie und gynäkologischen Endokrinologie sehr erfolgversprechend und könnten direkt für die einzelne Patientin zu einer Verbesserung der medizinischen Versorgung führen. Auch wenn bisher die allgemeingültige Evaluation weiter aussteht, darf vermutet werden, daß die Zusammenführung und Bereitstellung der relevanten medizinischen Informationen am Krankenbett oder in der Praxis durch ein modernes Informationssystem auch zu einer verbesserten medizinischen Entscheidung führt und damit der einzelnen Patientin direkt nutzt.
Die AIG sieht es als eine ihrer Aufgaben an, hier interessante Entwicklungen, Trends und Lösungen aufzuzeigen und Hilfen und Empfehlungen bei der Realisierung entsprechender Projekte anzubieten. Hier sollen Synergieeffekte zwischen Klinikern, Softwareentwicklern und Experten der medizinischen Informatik erreicht werden.
Die aktuellen Aktivitäten richten sich auf die Evaluierung der neuen Systeme zur modifizierten Perinatalerhebung, die Erarbeitung von Leitlinien zu aktuellen Fragen und die Ausrichtung von Seminaren und Weiterbildungen.
Die enormen Kommunikationsmöglichkeiten des Internets sollen kritisch beurteilt und nutzbar gemacht werden ( hier werden wir entsprechende Kommentare im Zentralblatt für Gynäkologie publizieren) und viele aktuelle Informationen werden auf unserer Homepage, die unter http://www.aig-online.de abgerufen werden kann, bereitgehalten.
Hier arbeiten wir eng mit vielen anderen Fachgesellschaften zusammen, besonders mit der Deutschen Gesellschaft für Medizinischen Informatik, Biometrie und Epidemiologie (GMDS).

 

Quelle:
Die Arbeitsgemeinschaft für Informationsverarbeitung in Gynäkologie und Geburtshilfe - Sektion der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (AIG): Aufgaben und aktuelle Projekte

R. Seufert, R. J. Lellé, Zentralbl. Gynakol. 1997;119(8):396-7

 

 

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